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Was sagt die Presse?

Zum Tod von Laurus Akzentus:
Freud und Leid auf der Station Parzefall

Laurus Akzentus (Lauries Crusador xx, Akzent II, Senegal, Der Löwe xx)
Der Modellathlet mit dem Pedigree, das Kenner aufhorchen ließ, ist tot.

Lauries Akzentus von seinen Besitzer liebevoll nur als L.A. bezeichnet, war einer der mittlerweile sich immer mehr in den Vordergrund schiebenden Söhne von Lauries Crusador xx, einen der besten Vollbluthengste, die derzeit in der Zucht wirken. Blutgeprägt das Aussehen, leistungsbereit die Manier und sehr charakterstark.

Nur ein kurzes, wenn auch sehr erfolgreiches Leben, war diesem Hengst der Station Josef Parzefall, Hohengebraching, beschieden. Ein kurzer Rückblick: Laurus Akzentus wurde 1996 in Verden/Hannover gekört. Dort wurde er auch von seinem derzeitigen Besitzer entdeckt und als vielseitiges Talent erkannt. Der Kauf wurde gleich auf dem Hengstmarkt perfekt gemacht und Laurus Akzentus siedelte von Hannover ins Bayerische Hohengebraching vor den Toren Regensburgs in den Stall von Josef Parzefall über. Anläßlich der Hengstkörung zu München Riem wurde er dort als damals erster (und bis heute einziger Sohn) des Lauries Crusadors xx für die Bayerische Pferdezucht anerkannt. 2000 legte er erfolgreich die für einen Zuchteinsatz notwendige Hengstleistungsprüfung in Adelheidsdorf ab. Im selben Jahr fand seine erste Fohlenschau und wie sich zeigte, mit sehr qualitätsvollem Nachwuchs, statt. 2001 stand die Karriere im Vordergrund. Wie könnte es anders sein, ein Hengst mit dieser Blutführung gehört in den Geländesport. Bei drei Starts bewies er seine Klasse, in dem er drei Platzierungen mit nachhause brachte. 2002 nahm an der Qualifikation zum Bundeschampionat des Deutschen Geländepferdes teil. In zwei Wettbewerben war er platziert, den dritten Wettkampf gewann er mit der Wertnote 9,0, nahe dem Optimum. Weitere Platzierungen holte er sich neben den Geländeprüfungen auch in Dressurpferdeprüfungen Klasse A und Springpferdeprüfungen, wo er sich u.a. als nobler Sieger präsentierte.

Die Krönung: Teilnahme am Bundeschampionat
Die Teilnahme am Bundeschampionat, Traum jedes Pferdezüchters, -reiters und halters hatte sich Laurus Akzentus problemlos erarbeitet. Nun aber hieß es Farbe bekennen im Feld der besten deutschen Geländepferde. Laurus Akzentus enttäuschte nicht: Drei Starts und wie gewohnt daraus resultierend auch drei Platzierungen. Darunter: Qualifikation für das Finale mit WN 8,0 gemeistert und lediglich um einen Platz das Große Finale verpaßt..... Seine Klasse bewies er erneut im Kleinen Finale, welches er überlegen mit der WN 8,8 unangefochten gewinnen konnte. Im großen Finale platzierte er sich auf dem 9. Platz, was durchaus beeindruckt, wenn man weiß, dass der Bundeschampionatskurs sehr anspruchsvoll ist und der Hengst ínnerhalb von vier Tagen zwei Geländestrecken der Klasse L, eine Geländestrecke der Klasse M, eine Dressurprüfung der Klasse A und schlußendlich auch ein Springen der Klasse A absolvieren muß. Nur absolut leistungsbereite kämpferisch veranlagte Pferde haben hier eine reelle Chance auf den Zieleinlauf. Laurus Akzentus hat es oft bewiesen und war dafür bekannt: Kampfgeist wurde bei ihm groß geschrieben.

Sein Wirken in der Zucht
Beim Ankauf des Hengstes, so sein Besitzer, galt es Prioritäten zu setzen. Wenn schon Blutpferd, dann vom Besten, also hochinteressanter Vater mal qualitäts- und leistungsbereiter Stutenstamm. Er sollte die gern gesehen Eigenschaften des Blüters, Intelligenz, Trockenheit, Härte, Langlebigkeit, eine gute Sattellage etc. weiter vererben, während die Mutterlinie die Blütereigenschaften kompensieren sollte mit Werten wie guter Stamm, Leistungsbereitschaft und Springveranlagung. Ansprüche also, die eigentlich sehr schwer nur zu erfüllen sind.

Laurus Akzentus war durch seinen Habitus und seine hochinterssante Abstammung auf dem besten Wege die gesteckten Ziele zu bewerkstelligen. Trotz nicht allzu großer Bedeckungszahlen, Laurus Akzentus teilte das Schicksal vieler kleineren Deckstationen, welche sich werbemäßig meist zurückhalten wie auch sein Besitzer Josef Parzefall, der immer schon die Meinung teilte, der Hengst in seiner Eigenschaft soll überzeugen, nicht das teuere, farbige Faltprospekt, er war nicht allzu sehr freqentiert. Doch, wie staunte der Besucher der Nachzuchtschau, als von acht präsentierten Fohlen sage und schreibe sieben (!)
davon Prämienfohlen wurden (Anmerkung: ein Prämienfohlen muß die Note 7,5 und besser erreichen). Ein Novum also, diese Nachzuchtschau – wer hat schon Ähnliches oder Gleichartiges zu bieten ??

Umso schwerer der Verlust des Hengstes im Herbst für den Besitzer, wo Laurus Akzentus mitten im Geländekurs ohne vorherige Anzeichen tot zusammenbrach, der sagt, die Vererbung von Laurus Akzentus im Hinblick auf sportliche Akzente hätten sich im erhoffen Umfang voll bestätigt. Insofern ist der Verlust des Hengstes für die Station schmerzvoll und züchterisch wohl kaum mehr zu schließen, wer dies nicht glaube, solle sich mal auf den Weg machen einen Halbblüter mit diesen für den Sport so wertvolle Kriterien zu suchen oder gar zu kaufen....

Florentano (Florestan/Polydor/Romadour II)
Abschied nahm die Station Parzefall auch von Florestan, wenn auch auf angenehmere Weise. Florentano aus der St.Pr.St. Panina von Polydor/Romanov wurde in die USA, genauer nach Florida verkauft.

Auch Florentano war –wie Laurus Akzentus- der erste gekörte Florestan I –Nachkomme in Bayern. Florestan I, wer wüßte es nicht, ist heutzutage das Zugpferd von Nordrheinwestfalen, sozusagen der westfälische Landgraf. Jeder versierte Züchter kennt diesen Namen/Hengst. Alleine die diesjährigen Zahlen der Körung zu Westfalen belegen den Einfluß dieses Hengstes auf die Reitpferdezucht. 29 Körkandidaten mit 9 zugelassenen Hengsten von Florestan zur Körung 2002 sprechen in Westfalen eine eindeutige Sprache. Panina, die Mutter von Florentano, war dreimalige Teilnehmerin an Bundesstutenschauen. Eine Vollschwester von Florentano, mit der Staatsprämie ausgezeichnet, wurde über die Auktion in Aachen für stattliche 60 000 DM verkauft. Zudem ist Florentano auf Romadour II ingezogen, was seine Dressurgene verstärkt und sich in seinen Fohlen, welche mit viel Tritt und „Go“ ausgestattet sind, widerspiegelt.

Sporteinsatz
Florentano selbst war ebenfalls im Sport sehr erfolgreich eingesetzt. Er hat Reitpferde-, Eignungs- und insbesondere Springpferdeprüfungen bis zur Klasse M als 6jähriger gewonnen. Wobei sein bedeutendster Erfolg der Sieg des Hengstchampionates in Gahlen (Westfalen) unter stärkster Konkurrenz (es war nahezu alles an Pferden und Reitern vertreten, was in Deutschland Rang und Namen hat) gewesen sein dürfte. Wie konnte es anders sein, hier wurde der Hengst von seinen neuen Besitzern aus USA entdeckt und kurzerhand erworben.
Florentano wird weiterhin im Sport eingesetzt und es darf erwartet werden, dass wir noch viel Gutes über den Hengst hören werden.

Florentano’s züchterischer Einsatz
Florestano kann im Hinblick auf seine kurze Beschälerzeit auf hochinteressante Nachzucht verweisen. Seine vielseitigen Talente, wie seine Abstammung bereits vermuten läßt vererbt sich treu. Neben seinen Fohlen, mehrfach prämiert bei den Fohlenchampionaten z.B. in Moos oder Dingolfing hat Florestano auch schon einige Youngers unter dem Sattel vorzuweisen, die auffallen. So anläßlich des Dressurchampionats des Halltertauer Reit- und Fahrvereins, wo eine zweijährige Stute mit 8,1 hoch platziert wurde. Auf der jüngst stattgefundenen Vorauswahl zur Körung wurden zwei Junghengste von Florentano vorgestellt; beide haben die Fahrkarte zur Körung erhalten.

Bundesstutenschau 2002:

Ein Erfolg ganz besonderer Art wurde Josef Parzefall neulich anläßlich der Bundesstutenschau in 2002 in Neustadt/Dosse zuteil. Alleine aus der eigenen, kleinen Zucht haben sich sage und schreibe 10 Stuten (!), das muß man sich einmal vorstellen, in zwei Verbänden eingetragen für die Bundesstutenschau nominiert. Wer mag annähernd ähliches von sich behaupten? Ein hochkarätiger Erfolg, der sicherlich im gesamten Bundesgebiet einmalig und unerreicht sein dürfte. Umso sensationeller das Ganze, wenn man die kleine, aber feine Station Parzefall kennt. Keine Massenproduktion wird hier betrieben, vielmehr Qualität steht im Vordergrund und, das darf man wohl ohne Einschränkung sagen, überzeugt auf ganzer Linie.

Letztendlich gereist nach Neustadt/Dosse ist Josef Parzefall mit vier Stuten. Denn, so meint er, wer soll das denn alles bewältigen, die Stuten allesamt optimal vorbereiten (was Josef Parzefall bestens kann, er hat für die perfekte Präsentation seiner Pferde schon mehrmals Auszeichnungen eingeheimst), den Transport, die immensen Kosten, was sich da alles so summiert....

Das ansehnliche Ergebnis:

Prima Donna (Stute von Romantiko): Platz 1 im Ring und zweitbeste Note der Prüfung – „Abteilung springbetonte Stuten“. Prima Donna mußte im Freispringen Tribut zollen, da das Übungsspringen in der Halle völlig fehlte. Dennoch belegte die zu überzeugen wissende Stute einen hervorragenden 8. Platz bundesweit.

Maximum (Stute von Romantiko): 8. Platz Gesamtwertung in der der stärksten Klasse „Abteilung 5- und 6-jährige Stuten“

Painted Girl (Stute von Pilot): 5. Platz in der Klasse „Ältere Stuten“

Als vierte Stute war eine für das ZfDP startende Stute aus dem Stall Parzefall ebenfalls platziert.

 

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