Non Stop Erfolge der Holledauer Pferdezüchter:
6 Pferde auf dem Bundeschampionat, ein Dutzend S-Springpferde und ein
PSI‘ler
Der Wind, der Pferdezüchtern derzeit um die
Nase weht, ist alles andere als der im Voralpenland bekannte warme Föhn,
es ist vielmehr ein rauher Ostwind, der einem das Leben schwer macht
und viele Pferdezüchter aufgeben läßt. Die Gestehungskosten
eines Fohlens sind derzeit so hoch wie nie: Decktaxen, Samenversand,
tierärztliche Untersuchungen ( Follikelkontrollen, Besamung und
Trächtigkeitsuntersuchungen) lassen enorm schnell eine stattliche
Summe an Unkosten zusammenkommen ohne jegliche Garantie auf Erfolg.
Junghengste ohne jegliche Referenzen (die Abstammung einmal ausgenommen)
sind auf den bedeutenden Stationen z.B. in Oldenburg unter 650 €
nicht mehr zu bekommen. Dennoch: Spitzenqualität wird bezahlt,
im übrigen Leben genauso wie beim Pferdezüchter.
Keine Frage, sie sind weniger geworden, die aktiven
Pferdezüchter, man merkt dies allgemein im Land und insbesondere
natürlich auch in den eigenen Reihen, viele haben resigniert und
die sogenannte Flinte mangels Absatz, überfüllter Ställe
und fehlender Erlöse ins Korn geworfen. Dies hat –insbesondere,
wenn die Quantität der Qualität weicht- aber auch Vorteile.
Züchter, die rechnen können/müssen bringen derzeit nur
mehr ihre besten Stuten zum Hengst. Dieses muss nicht – wie man
an den nachstehenden Erfolgen nachlesen kann- zum Nachteil der Pferdezucht
sein. Die besten Stuten aus den eigenen über viele Jahre und Generationen
gepflegten oder aufgebauten Stämmen, ergänzt durch Zukäufe
interessanter Stuten und Hengsten aus besten Leistungslinien anderer
Landes- und Leistungszuchten tragen immer mehr Früchte.....Dennoch
geschenkt wird einem oder gar in den Schoß fliegen einem solche
Erfolge nicht, da ist schon jahrelange konsequente Umsetzung ideeller
und wirtschaftlicher Ziele vonnöten.
Nie waren die Holledauer so erfolgreich wie heute.
Natürlich –und das weiß man sehr wohl- legt eine erfolgreiche
Zucht, eine wohl durchdachte Anpaarung und die gesunde artgerechte Aufzucht
der Pferde nur den Grundstein. Pferde sind letztendlich immer nur so
gut wie der Reiter. Die beste Zuchtstute nutzt wenig, wenn ihre Produkte
in Schönheit sterben und keine Leistung bringen. Schnell wie ein
Lauffeuer spricht sich in den entsprechenden Kreisen herum, welcher
Stamm Sportler vererbt und welcher nur Blender.... Gute Reiter mit viel
Sachverstand, Einfühlungsvermögen und Kompetenz formen gute
Pferde auch diesbezüglich kann man sich in den eigenen Reihen glücklich
schätzen, sind hier doch Betriebe/Reiter vorhanden, denen man bedingungslos
sein Pferd in der Ausbildung anvertrauen kann, denn: Nur, wenn Zucht
und Sport in ständigem Dialog stehen, kann man gemeinsam das große
Ziel erreichen, Pferde mit Topqualitäten für den Sport zu
züchten.
Nach vorne denken auch das ist so ein Leitgedanke,
der die Pferdezuchtgenossenschaft Holledau über all die Jahre ausgezeichnet.
Es gibt kein Ausruhen auf Erfolgen, die Zeit ist schnelllebig, wer nicht
noch besser werden will, ist morgen oft schon nicht mehr gut genug.
Innovationen, wie erstmalig in diesem Jahr das separate Richten von
dressur- und springbetonten Fohlen, steht man stets aufgeschlossen gegenüber.
Mittlerweile erntet man vermehrt die Früchte langjähriger
Arbeit. Die Holledauer sind schon von jeher bekannt für ihre herausragenden
Springprodukte und insofern hat es Kenner auch gar nicht weiter verwundert,
dass letztendlich sogar ein springbetontes Fohlen von Acord’s
Champion/Locato aus dem Züchterstall von Michael Hirschinger, Bergheim,
das Fohlen mit den Tageshöchstnoten im SPARKASSEN-Fohlen-Cup war.
Es konnte Richter Klaus Biedenkopf so beeindrucken, dass er es gleich
in entsprechende Aufzucht vermittelte.
Mit den Züchtern Hand in Hand .....
.. eine Maxime die als einzig Richtige angesehen wird und auch –
ganz wichtig! - mit der Zeit gehen! Durch die vielfältigen Aktionen
wie Freilauf, Freispring- und Fohlen-Cup kommt Leben in die Genossenschaft
und man schafft damit neben der Möglichkeit seine Produkte im Vergleich
zu sehen zugleich auch eine Vermarktungschance für seine züchterischen
Produkte. Obligat sein soll auch die Vermittlung von Fohlen, Zuchtstuten
und Reitpferden aus den Ställen der Züchter für alle
Sparten des Sports direkt vom Züchter zum Käufer. Doch ist
es auch nach wie vor Bestreben, nach neuen Möglichkeiten der Vermarktung
zu suchen. Diese Möglichkeit ist zwar bedingt bereits bei den diversen
Veranstaltungen gegeben, aber auch die Öffentlichkeitsarbeit und
über das Internet soll die World Wide Connection intensiviert und
ausgebaut werden, noch lange ist man nicht am Ende der Fahnenstange
angelangt, ein funktionierendes Marketing erfordert ständig die
Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten.
Die berühmte Nasenlänge voraus und immer
ein bisschen mehr als erwartet wird, das ist wohl das Geheimnis des
Erfolgs. Daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern. Die Holledauer
wollen auch künftig nicht die Hände in den Schoß legen,
sondern versuchen, aktiv Impulse zu geben um auch weiterhin Schrittmacher
in einer erfolgreichen Sportpferdezucht zu sein. Einer Sportpferdezucht
welches sich mit nachstehenden Ergebnissen durchaus sehen lassen kann:
Viele Titel der Reiter und Pferde aus der
Holledau – hart erkämpft- waren die Ausbeute im Sportjahr
2003:
So steht Bruno Six – Starter
im Deutschen Championat der Berufsreiter (Sparte Vielseitigkeit) bei
der Endabrechnung auf dem Siegertreppchen – Platz 3; außerdem
erringt er auf Kronprinz den beachtlichen 5. Platz bei den Bayer.
Meisterschaften (Vielseitigkeit) in Mertingen.
Sophie Viktoria Schmid vom PSV St. Georg Hagau auf
Giglberg’s Spotlight, Züchter; Gestüt Redwitz, Rennertshofen,
ist endgültig in der Landeselite angekommen. Beim Bayern-Pony-Cup
in Nürnberg eroberte sie einen Spitzenplatz und wird Silbermedaillen-Gewinnerin
anlässlich der Oberbayerischen Meisterschaften Pony/Dressur
Rogranna von Lagranno/Zeus, Züchter: Christa
Becker, Aßling, wird mit Reiterin Christiane Brandl Regionsmeisterin
im Springen/Senioren in Ingolstadt/Hagau
Deutscher Vizemeister der Jungen Reiter in Aachen und Bayerischer
Jugendmeister wird Maximilian Ziegler auf Sweet Girl
(Captain Incipit/Lord Incipit), Züchter: Helmut Sailer, Mönchsdeggingen,
weiterhin wird er Bayerischer Jugendmeister 2003 (ebenfalls auf Sweet
Girl).
Ein Pferd aus Zucht von Günther Kaczmarek, Ingolstadt,
abstammend von Ragazzo/Grundstein I) verhilft seiner Reiterin in Sachsen
zum Titel Sächsische Juniorenmeisterin/Springen. Die Stute war
einstiges Siegerfohlen beim Mitsubishi Cup.
Felicitas Hipp, Ilmmünster, erarbeitet sich
die Bayerische Nummer Drei im Springreiten. Die Deutsche Meisterschaftsteilnehmerin
der Jungen Reiter erntet drei Spitzenplätze in Riedhausen. Beim
Finale des Bavarian Youngster‘s Cup 2003 anlässlich der
CONSUMENTA in Nürnberg etabliert sich die Nachwuchsreiterin in
der Elite auf ihrem Pferd Gotta Go.
Franz Xaver Breindl und Tochter Marina, Berching,
qualifizieren sich zum Mitsubishi-Cup Franken. Außerdem qualifiziert
sich Marina bei Pferd International für das große internationale
Turnier Maastrich/Holland.
Chantree von (Concord/Pit), Züchter: Günther
Kaczmarek, Ingolstadt, erringt mit seiner Reiterin und Besitzerin
Kerstin Stanko die Bronzemedaille in der Regionsmeisterschaft Dressur/Senioren.
Eine reife Leistung und zugleich einen Hattrick liefert Rauherr
(Raueck I/Agami xx) aus dem Züchterstall von Otto Kreil,
Bergheim, mit seiner beständigen Reiterin Eva Deimel wird er
nun zum Dritten Mal in Serie Westfälischer Meister bei den Damen.
Zum drittenmal in Serie sicherte sich das erfolgverwöhnte Paar,
das auf Gut Berl bei Hendrik Snoek beheimatet ist, in 2003 diesen
Titel bei den Damen. Der springgewaltige Raueck I-Nachkomme ist ein
Erfolgsgarant unter dem Sattel. Besitzer: HuLG Schwaiganger.
Bundeschampionat der Dressurpferde/Warendorf
Bei den Dressurpferden wusste Sandro von Sandro Hit/Glorieux unter Sandra
Endress und in Besitz von Hans Reisinger, Wolnzach, auf ganzer Linie
zu überzeugen. „.... die zweite Neun vor dem Komma (9,0)
ging an einen Sandro Hit Nachkommen, den Hengst Sandro aus einer Glorieux-Mutter.
Mit dem Hengst ging Sandra Endres auf Angriff und zeigte eine wunderbar
angelegte Runde, im Optimalbereich geritten“ so der Hess’sche
Kommentar. Übertroffen wurde Sandro nur von der brandenburgischen
Poetin (Sandro Hit/brentano II), später für 2,5 Mio auf der
PSI versteigert. Eine glamouröse Leistung!
Bundeschampionat der Springpferde
Allein ein Kontingent von 5 Pferden aus den Reihen der Holledauer Züchter
konnten sich für das Bundeschampionat der besten Springpferde Deutschlands
2003 in Warendorf qualifizieren:
Golden Dancer (Golden Joy J/Sylvester)
Züchter: Jakob Schrötzlmair, Niederwöhr
Amantus (Acord II/Cor de la Bryere)
Besitzer: Josef Estendorfer, Hohenbrunn
Sirica (Lord Charles/Sirius Son)
Züchter/Besitzer: karl Gruber, Ingolstadt
Alvaro Doreno (Avarez/Dynamo)
Züchter: Angela Reiser, Ingolstadt
Weltmüller (Welt Hit II/Acord II)
Züchter: Sonya Artinger, Neustadt/Donau
Sirica ist zwischenenzeitlich zur
weiteren Förderung in den Stall von Torben Rüder, Schleswig
Holstein gewechselt wie auch Let’s Dance, die Schimmelstute von
Lord Incipit (Gotthardsen) aus der Zucht von Richard Winter, Geisenfeld.
Beide Pferde wussten bereits bei ihren ersten Auftritten im Rahmen des
Freispring-Cup’s mit Siegen zu überzeugen. Dieses Springtalent
wussten sie dann weiterhin in den anschließenden Einsätzen
im Sport umzumünzen.
Alvaro Doreno brauner Hengst unter
Stilist Johannes Holzeder erreichte im Finale der besten Springpferde
den stolzen 5. Platz. Pferdekenner Paul Schockemöhle hat die Talente
dieses überragenden Hengstes (in Bayern gekört und leistungsgeprüft)
erkannt und sich den Hengst, der bereits im Auto-König-Cup in München
als Sieger überzeugte, für seine weltteuerste Auktion (PSI)
gesichert, wo er nach Italien zugeschlagen wurde.
Neben Alvara Doreno wurde auch Weltmüller,
der gekörte und leistungsgeprüfte Dunkel- fuchshengst unter
Ciarian Howley, den irischen Kaderreiter, effektvoll in Szene gesetzt,
das Paar schaffte es ins Finale und Weltmüller bestes 6jähriges
Bayerisches Springpferd. Weltmüller war bereits 2002 Finalist bei
den 5jährigen Springpferden und konnte seine Form durch vernünftiges
Timing und Management wahren. Auch er überzeugte mit einem spektakulären
Sieg im Stechen unter dem Sattel von Peter Pickl bei den Pferdetagen
München-Riem 2003.
Conti (Captain Incipit/Lord Incipit),
Züchter: Max Pfaller, Greding, Landesmeister Vielseitigkeit in
Schleswig Holstein und Team-Europameister 2002 ist weiterhin sehr erfolgreich
in der Vielseitigkeit unterwegs: 9. Platz in Schenefeld CIC*, 1. Platz
in Dijon (Frankreich)CCI*, 4. Platz in Hohenberg VM und 6. Platz im
Hamburger Derby CIC***, 10. Platz beim CIC*** Cavertitz, Ahaus: Nationale
VM 5. platziert sowie ein 3. Platz in der Marbacher Vielseitigkeit CIC**
mit Reiterin Beeke Kaack. Conti wird als aussichtsreiches Vielseitigkeitstalent
eingestuft und deshalb vom DOKR bis zur Weltmeisterschaft 2006 gefördert.
San Orcano, der Wallach von Sandro
aus der Orca, Züchter Artur Landes, Ingolstadt; Besitzerin/Reiterin
Debby Winkler (Ehefrau von Hans Günther Winkler) glänzte bei
seinen Auftritten im MA-Springen in Nördlingen.
Ein volles Dutzend S-Pferde im Springsport:
- Athos (geb. 1990) Aramis/Ehrensold), Züchter:
Alfons Straßer
- Fantasy (geb. 1989) Lord Incipit/Rasso, Züchter:
Friedrich Vissing
- Lafitte (geb. 1992) Landsberg/Inshallah x, Züchterin:
Monika Levay, Volkenschwand
- Lordschaft (geb. 1995) Lord Incipit/Frühlingsrausch,
Züchter: Dr. Frieder Schwarz, Au
- Arrie (geb. 1994) Aramis-April-Scherz), Züchter.
Karl Hugl, Rohrenfels
(letzte Meldungen besagen dass Arrie nunmehr von Rene Tebbel pilotiert
wird)
- Miss Kabala (geb. 1995) Kabala/Aramis, Züchter:
ZG Breitner, Ritterswörth
- Rauherr (geb. 1989) Raueck I/Agami xx) Züchter:
Otto Kreil, Bergheim
- Sweet Girl (geb. 1994) von Captain Incipit/Lord
Incipit; Züchter: Helmut Seiler
- Cainby (geb. 1990) von Lauritz J/Ramiro) Züchter:
Nikolaus Jordan, Hohenwart
(3. Platziert unter Christine Liebherr, Schweiz im Großen Preis
des Frankfurter Festhallenturniers
- Painted Boy (Pilot/Feuerschein), Gestüt Josef
Parzefall, Hohengebraching
gekört zu Kreuth 2003; nominiert für Munich Indoors.
- Caretina (Caretello B/Hedjaz (Ibrahim) aus dem
Stall von Claudia Wölfel,Kirchenlamitz,
einstiges Auktionspferd zu München-Riem erreicht im ersten S-Springen
unter Martin Schäufler den stattlichen 6. Platz.
- Lakritz, der Wallach von Lord Incipit/Rasso aus
der Zucht von Artur Landes, Ingolstadt und unter dem Sattel von Georg
Schweiger unterwegs, glänzt bei seinem ersten S-Einsatz in Sterzing/Österreich.
Sandro Boy: Gewinner des Großen Preises
im Frankfurter Festhallenturnier mit Marcus Ehning,
Großartige Erfolge im Haus Josef Estendorfer, Gestüt Hohenbrunn:
Rabano (Rohdiamant/Landadel), der dunkelbraune Zucht- und Sporthengst
brilliert unter Dr. Cornelia Herbert mittlerweile in Dressurprüfung
der Klasse S (Prix St. Georges) u.a. auch in der Qualifikation zum Nürnberger
Burgpokal. Sandro Man de L, der 5jährige gekörte Hengst von
Sandro Boy tritt immer mehr in die Fußstapfen seines berühmten
Vaters. Mit Andreas Brenner sammelt er viele Schleifen in der letzten
Saison. Genauso auch Amantus (Acord II/Cor de la Bryere) – sportlich
hocherfolgreich und qualifiziert für das Bundeschampionat.
Mittlerweile kennt ihn jeder in der Springreiterszene
und wer nicht, hat was versäumt:
Sandro Boy (Sandro/Grannus/Argentinus), ein Hengst, wo nicht nur das
Papier aus der Schublade springt. Einst 2 ½ jährig von Josef
Estendorfer angekauft und über viele Jahre sorgfältig und
mit viel Ruhe von Manfred Herzog aufgebaut und ausgebildet, ist derzeit
das Spektakulärste was der Internationale Springsport zu bieten
hat. Ob Wiesbaden, Hardenberg, Valkenswaard/NED, Spangenberg, Baltic
Horse Show Kiel, bei seinen Auftritten spricht man vom „Springwunder“,
geht ein Raunen durchs Publikum, wenn der auffällige Hengst mit
Marcus Ehning im Parcours ist. Der 10 jährige bildhübsche
Hengst fliegt mit riesigen Sätzen über die Stangen und lässt
jedes S- nach einem A-Springen aussehen. Seit Anfang des Jahres ist
der Hengst bei Marcus Ehning, dem großen Stilisten aus Westfalen
(u.a. Mannschafts-Olympia-Sieger und aktuellen Mannschafts-Europameister
sowie Einzelbroncegewinner) und schon ist das Paar aus großen
Preisen nicht mehr wegzudenken. Mächtige Sätze, Riesengaloppade,
enorme Sprungkraft so fliegt der Hengst locker und elegant wie ein Luftballon
über die Hindernisse, reift mit jeder Runde eines großen
Preises, kann alles springen, was man ihn in den Weg stellt. „Nur
fliegen ist Schöner!“ .....mir wär‘s zwischendurch
lieber, wenn er ein bisschen tiefer springen würde, damit ich leichter
zurecht komme.... so Marcus Ehning.