Rund 100 Springtalente im interessanten Vergleich in Geisenfeld
Volles Haus signalisierte wieder einmal das großes Interesse im Hinblick auf Springpferde. Die vierte Auflage des innovativen Projektes für junge Springpferde auf der Reitanlage der Geschwister Wolfgang und Eva Winter in Geisenfeld fand erneut – wie nicht anders zu erwarten- großen Zuspruch und Resonanz bei Züchtern, Haltern, Zuschauern und Springreitern. Die Geschwister Winter, Allrounder in Sachen Zucht- und Sportveranstaltungen, selbst im Spring- und Vielseitigkeitssport sehr erfolgreich aktiv, waren einmal mehr bemüht, eine professionelle Veranstaltung auf die Beine zu stellen, was ihnen ohne Wenn und Aber gelang. Durchdacht das Ganze bis ins kleinste Detail - natürlich wurden auch entsprechende Übungstermine im Vorfeld den daran teilnehmenden Pferde angeboten.
Ein Forum den Springpferdezüchtern zu bieten, war der Anlaß dieser Veranstaltung. Eine Gelegenheit, junge Pferde jetzt zur ruhiger werdenden Jahreszeit vor sachkundigem Publikum zu präsentieren, sie einmal in Augenschein zu nehmen, ihre Entwicklung, ihr Talent und ihr Vermögen zu verfolgen, so Eva Winter, Managerin der Veranstaltung, sei der Grund dieser Initiative. Dank entsprechend großzügiger Sponsoren aus dem umliegenden Raum war auch eine finanzielle Grundlage geschaffen. Das ursprünglich von der Pferdezuchtgenossenschaft Holledau ins Leben gerufene Projekt wurde vor drei Jahren von den Geschwistern Wintern übernommen und fortgeführt. Eva Winter hat auch das Amt der Vermarktungschefin der Holledauer Pferdezuchtgenossenschaft inne, so daß man auch hier prinzipiell Hand und Hand, was Aspekte wie Zucht und Sport anbelangt, arbeitet. In diesem Jahr freuten sich die Organisatoren über ein Starterfeld von annähernd 100 (!) 2 bis 4jährigen Springpferden. Zahlreiches Publikum (rund 800 Besucher) über den Tag verteilt (Veranstaltung lief von 8.30 Uhr morgens bis 17.00 Uhr abends) bekam ein Non-Stop-Programm geboten.
Die Veranstaltung
Auf der großzügigen Anlage der Familie Winter fanden wie auch bereits in den Vorjahren -dank der Hilfe vieler rührigen Helferhände aus dem Freundes- und Verwandtenkreis- Teilnehmer und Publikum optimale Bedingungen vor: Ein professionell gestalteter Kurs mit qualifizierten Hilfskräften und ein familiäres Ambiente rundeten die Veranstaltung ab. Die Teilnehmer waren wieder sehr motiviert, erschienen mit gepflegten und trainierten Pferden zum Wettbewerb womit in etwa gleiche Voraussetzungen für die teilnehmenden Aspiranten gegeben war. Die Qualität der angereisten Pferde war in den meisten Fällen eindrucksvoll. Einige der Pferde zeigten sich in herausragender, bestechender Form und wurden auch von den anwesenden interessierten Sportreitern sofort ausgespäht und nachgefragt. Insbesondere um die Siegerpferde entbrannte sofort rege Nachfrage. Ach der vorgestellten Pferde haben noch am selben bzw. an den darauffolgenden Tagen Besitzer und Stall gewechselt wobei stets die Siegerpferde und am liebsten die älteren, vierjährigen, die man bereits unter dem Stattel testen kann, von Springreiterseite nachgefragt werden. Apropos Springreiter, hier konnte man in Geisenfeld viele bekannte Gesichter sehen, so z.B. Reiter aus dem gesamten deutschen Raum aber auch aus Belgien, Österreich und Tschechien.
Die einzelnen Jahrgänge
Generell, das konnte man in diesem Jahr sehen, war die Qualität der in großer Anzahl präsentierten Pferde recht solide. Aber so ist das nun einmal mit den Jahrgängen, wie mit dem Wein, mal besser, mal schlechter, mal durchwachsen.
Relativ unauffällig die Gruppe der Youngsters, die ja noch voll in der Entwicklung stehen und bei denen sich ja auch noch viel tun kann. Im übrigen weiß man ja, dass die Vorstellung eine Momentaufnahme ist, die sich aus Tagesform, Kondition, Übungsmöglichkeiten, Nervenstärke und ..und ...und zusammensetzt und sich speziell bei den ganz jungen von der Weide kommenden Pferden ganz individuell gestaltet und sicherlich keine Aussage für’s Leben sein kann.
An erster Stelle bei den 2jährigen eine gut vorbereitete Fuchsstute mit bedeutender Abstammung Carlando/Dinard L, Aussteller: Alfred Fischer, Griesbach. Die Stute, als typischer Nachkomme ihres Vaters erkennbar, sprang sehr dynamisch, stets durch den Körper und mit viel „Effekt“. Die Wertnote 8,0 sicherte ihr den Sieg. An zweiter Stelle, einmal „nur“ an zweiter Stelle, der stets herausragende Holsteiner präsentierende Konrad Haimerl aus Neustadt/Donau. Diesmal war er mit einer Stute von Chambertin/Major de la Cour präsent. Die Galoppade stets bergauf, faszinierd hinsichtlich Beintechnik und Bascule. Wernote 7,7.
3. platziert eine dunkelbraune „Sportlerin“ von Weltenadel/Balzac, Züchter/Besitzer: Kreil-Hippel, Bergheim. Eine Stute aus dem bedeutendem Sportstamm des sportlich sehr erfolgreichen Rauherr (Raueck I/Agami xx), westfälischer Meister mit Eva Deimel und in Besitz des Haupt- und Landgestüts Schwaiganger.
Jahrgang der 3jährigen
Der stärkste Jahrgang im Hiblick auf gezeigtes Springvermögen. An der Spitze allesamt Pferde, die Springreiter’s Augen leuchten und den Geldbeutel überprüfen lassen..... Hauchdünn getrennt voneinander bei ersten drei Pferden auch die Notengebung. In Prinzip hätte jedes dieser Pferde das Siegerpferd stellen können. An erster Stelle schließlich mit der Wertnote 7,9 eine sehr harmonische, hübsche, sofort ins Auge fallende Stute, die auch jeder Pferdezüchter gern in seinem Stall hätte, von bedeutender Abstammung. Lancier II (Vater von Lando, Otto Becker’s Silbermedaillien-Pferd anläßlich der Olympiade zu Sydney) Mutter von Corigoraph B (ebenfalls siegreich bis zur schweren Klasse), ein Pferd, welches die Aufmerksamkeit der Springexperten auf sich zog. Eine Stute mit makellosem Exterieur, besonders viel Typ und Ausdruck, guten Bewegungen und großer Souveränität am Sprung, geradezu ein Prototyp des modernen Springpferdes.
Aussteller: Baischer/Braunau. An zweiter Stelle mit der Wertnote 7,8 ein genauso auffälliges Pferd allerfeinstem Geblüts, geradezu bilderbuchmäßig gezogen: Hengst von Quick Star/Lord Calando aus dem „Talentschuppen“ von Karl Gruber, Ingolstadt. Viele sind berufen, nur wenige sind auserwählt. Er dürfte einer der auserwählten sein. Quintessenz einer wohlüberlegten züchterischen Strategie, welche Träume wahr werden läßt: Kolossal wie der großrahmige Braune springt, mit welch‘ Ruhe und Übersicht er die Hindernisse angeht, eine Abgeklärtheit wie ein Profi an den Tag legend. Idealtechniker für kommende Springpferdeprüfungen, springgewaltig wie das Pedigree! Ebenfalls auf Platz 2: ein schwarzbrauner Hengst von Saphir le Fol/Periander, Aussteller: Herbert Hinterholzer, Hohenthann. Großformatiger Springkandidat Als wahrer Himmelstürmer demonstrierte dieser Luftakrobat seine sensationsgeladenen Vermögenswerte. In die richtigen Hände kommend, wird auch ihn jeder bereits heute eine großartige Zukunft prophezeien.
Jahrgang der Vierjährigen:
Vierjährige gehen ja allesamt schon unter den Sattel. Insofern haben auch manche dieser Pferde, die nun meist schon auf das Überwinden der Hindernisse unter dem Reiter gewohnt sind, im Freispringen nicht mehr so ganz ihre Glanzeiten wie bei den 3- und 4-jährigen, dafür aber bieten sie den Vorteil, dass man diese auch gleich noch unter dem Sattel testen kann, über die Wintermonate weiter trainieren und somit in Ruhe auf das Frühjahr vorbereiten
kann. Die Reiter, so Eva Winter, würden diese Gegebenheiten eben insbesondere bei Vierjährigen schätzen und in dieser Altersgruppe lägen auch die meisten Anfragen hinsichtlich Kaufinteresses.
Das Ergebnis:
Sieg mit der Wertnote 8,2 für einen Wallach von Cassini/Laurus Crusador xx, Aussteller: Florian Stahl, München. Springvermögen, Mut, Leistungsbereitschaft und Zuverlässigkeit sind ein Muß an ein zukünftiges Sportpferd. Bei diesem Wallach scheint dies genauso gegeben, er zeigt eine angeborene Kombination aus Einsatzfreude und Respekt vor den Sprüngen. Diese charakterlichen Vorzüge prädestinieren ihn für anspruchsvolle, sportliche Einsätze, über welche sich jeder Profireiter freuen wird. Auch hier teilten sich zwei Pferde Platz 2 mit Wertnote 8,1. Zum einen die Stute „Alvarina“ eine quasi „Trinkerin der Lüfte“. Fuchsstute von Alvarez/Accarat ausgestellt von Hans Holzeder, Malching. Alvarez und Accarat legten bei dieser Stute einen genetischen Pool an, aus dem sie jenes umfassende Merkmal weitergaben, das sie selbst auszeichnet: Sportpferde-Qualität. Beim Freispringen hatte man den Eindruck, dass diese Tochter keine Grenzen kennt. Springkapitalistin der besten Sorte, herausragend nach Vermögen und Leistungsbereitschaft. Ebenfalls auf Platz 2 ein weiterer Nachkomme des Cassini. Cassino L aus einer Mutter von Fantast. Aussteller: Lena Matthes, Berching. Ein Pferd das mit seiner sympathischen Ausstrahlung einem in seinen Bann zieht. Eurofighter im Schimmelkleid. Feinste Technik und famoses Vermögen markierten das Leistungs-Niveau dieses Schimmels.
Die Ergebnisse können Sie sich als Datei anzeigen oder herunterladen:
Ergebnisse des 4. Internationalen Freispringcup