Die Pferdezuchtgenossenschaft Holledau stellt vor:

   

9. Sparkassen-Fohlen-Cup der PZG Holledau

 

Bericht über den 9. Sparkassen-Fohlen-Cup:

 

Von Acord’s Champion stammt der „Champion“

 

Neuer Sponsor sichert die Zukunft der Veranstaltung

Die Zeiten sind wirtschaftlich kein Zuckerschlecken. Es wird gespart, überall und allenthalben und insofern war auch die Zukunft des jährlich einmal stattfindenden Fohlen-Cup’s der Pferdezuchtgenossenschaft, Sprungbrett für so manche Karriere eines erfolgreichen Sportpferdes von morgen und Ausstellungs-Schaufenster der erfolgreichsten Pferdezuchtgenossenschaft Bayerns, nach dem Ausklinken des bisherigen Sponsors sehr in Frage gestellt. Dank der Beziehung eines Mitglieds der Pferdezuchtgenossenschaft konnte ab 2003 ein renommiertes Haus, die SPARKASSE INGOLSTADT, zu einem Engagement in Sachen Pferdezucht und -sport gewonnen werden, sehr zur Freude der Züchter der Genossenschaft, ist damit doch die Zukunft dieser bedeutenden Veranstaltung erst mal gesichert.

Ein Experiment

Die Pferdezuchtgenossenschaft Holledau wagte ein Experiment. Springfohlen sollten erstmals getrennt von den Dressurfohlen gewertet werden. Man wollte den Springpferdezüchtern Mut machen, damit sie nicht im Vorfeld vor sogenannten „WDR“-Fohlen (Weltmeyer, Donnerhall, Rubinstein) kapitulieren.

Kenner der Szene vertreten ohnehin die Meinung, der Markt verlange nach 2/3 Springpferden und 1/3 Dressurpferden. Der Trend, dass die letzten Jahre talentierte Dressurpferde und –fohlen zu oft unglaublichen Preisen gehandelt wurden, verlockte auch viele Springpferdezüchter, ihre treuen Linien zu wechseln und selbst herausragende Springabstammungen mit Dressurpferden anzupaaren um von diesem Kuchen ein Stück abzubekommen.

Dass diese „Äpfel x Bieren“ – Anpaarung (sprich Dressurpferd x Springpferd) nicht des Rätsels Lösung sein kann und oftmals eine hervorragende, über Jahre erfolgreich gepflegte Springpferdeabstammung „verwässert“ und aus den Fugen bringt, sollte nicht sein. Warum also nicht auch den Springpferden ein entsprechendes Podium bieten?

Die nordischen Zuchten wie Hannover und Oldenburg haben diesbezüglich bereits gehandelt. Die Leute aus dem Vorstand der Pferdezuchtgenossenschaft hat dies beeindruckt und sie fanden, man sollte diese Chance nutzen, den Springpferdezüchtern mit eigenen Ringen einen neuen Anreiz bieten.

Die Neuerung fand starke Beachtung in der Züchterschaft.

Die Tatsache, dass insbesondere die Kriterien, nach denen diese Fohlen gerichtet wurden, kontrovers diskutiert wurden, zeigte eine gedankliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Ist es zulässig, „Springfohlen“ nach den gleichen Kriterien zu beurteilen wie jedes andere Fohlen? Wenn nicht, was können dann die anderen Kriterien sein?

Eine Beurteilung des eigentlichen Springens schied aus, auch wenn einige Springpferdezüchter ihre Fohlen zuhause in spielerischer Art über niedrige Stangen gehen lassen. Nein, hier nur ja keinen falschen Ehrgeiz wecken, war einstimmig der Tenor. Schließlich war man sich einig, dass bei beiden Fohlen den „spring“- sowie auch den „dressurbetonten“ die Notenfindung gleich sein sollte.

Alle Reiter, egal aus welchem Lager, wollen ein chices, ansehnliches und korrektes Pferd (also Noten für Gebäude und Typ) alle Reiter wollen ein elastisches und rittiges Pferd (also Noten für Schritt, Trab und Bewegung). Wenn nun die Noten beim Trab bei den Springpferden nicht so hoch angesiedelt sein sollten, so wäre dies dann trotzdem gerecht, befindet man sich doch unter seines gleichen.

Es ist kein Geheimnis..

dass aus den eigenen Züchterreigen der Genossenschaft schon von jeher die Springpferdezüchter dominierten, die sich auch all die Jahre immer wieder mit hervorragenden Pferden bis hin zum Olympiateilnehmer (Ricarda, Züchter: Artur Landes, Ingolstadt) in den Blickpunkt der Öffentlichkeit schieben, dass aber die „springbetonten Fohlen“, dies waren 3 Ringe gegenüber 2 Ringen „dressurbetonter“ Fohlen auch in der Notengebung (höchste Noten) dominierten, war eine Überraschung.

Die Richter:

Als Richter von Fohlenschauen stehen diese zwar nicht wie Körkommissionare in der heutigen prozessfreudigen Hippo-Gesellschaft mit einem Bein vor dem Kadi, aber sie sind doch stets starker Kritik ausgesetzt.

Hellseherische Fähigkeiten sind der eine Grund dafür, deren Nichtvorhandensein der andere. In der Vorstandschaft hatte man sich entschlossen, für dieses gewichtige Amt die bereits im Vorjahr fungierenden und von Ausstellern und Publikum gelobten Richter Claus Schridde (Oldenburg), in der Szene bekannter Pferdesportjournalist und Hengsthalter sowie Klaus Biedenkopf, hessisches, Körkommissionsmitglied, Richter von hochkarätigen Zuchtveranstaltungen und Pferdezüchter, zu engagieren.

Beide sind Fachleute ihres Gebietes, renommierte Insider und vertraut mit den Geheimnissen der Genen in der Pferdezucht. Die Experten Biedenkopf und Schridde harmonierten denn auch wie gewohnt in der offenen und getrennten Urteilsfindung mustergültig. Wir wollen dem Züchter für die gerade gezeigte Vorführung eine Standortbestimmung geben, die stets nachvollziehbar sein soll, lautete das Motto. Die Pferdezüchter/Aussteller so hatte man festgestellt, schätzen es, wenn außerbayerische Richter bewerten, haben sie dann doch mehr Vertrauen in Transparenz und Neutralität.

Die Veranstaltung

Pünktlich 13.00 Uhr konnte Max Pfaller, seines Zeichens Vorstand der Zuchtgenossenschaft, seine Begrüßungsansprache halten. Als erste starteten die dressurbetonten Fohlen (2 Ringe), altersmäßig gereiht, die jüngsten zuerst. Trotz stattlicher 30 Grad Temperatur hatten sich erfreulicherweise viele Zuschauer eingefunden, die es sich auf den Sitzplätzen in der Tribüne und vor der Gastronomie gemütlich machten und die Veranstaltung quasi aus der Loge verfolgen konnten.

Gerd Breitner, was wären die Veranstaltungen der Pferdezuchtgenossenschaft ohne seine Kommentare, begleitete die Vorstellung jedes einzelnen Fohlens und vermittelte Interessantes und Wichtiges zu den einzelnen Stämmen der gerade gezeigten Stute / Fohlen-Kombination.

Die Stimmung war entspannt und familiär. Die Richter nahmen sich Zeit für die einzelnen Fohlen ohne zu trödeln, hatten auch mal die oder jene Frage an den Aussteller und sorgten für ein entspanntes angenehmes Klima.

Die Stutfohlen machten den Sieg unter sich aus:

Als Sieger bei dieser Gruppe stellt sich heraus:

Als Siegerfohlen:

WN 8,87 aus bewährtem Stamm. Stutfohlen von Quando Quando / Calypso II, Besitzer: Dr. Angelika und Dr. Dirk Bludau, Buch-Gannertshofen. Ein Dunkelfuchs-Fohlen mit schwungvollem, raumgreifenden Bewegungsfluss aus aktiver Hinterhand. Exklusiv in jeder Beziehung, hochnobel in der Machart.

Aus dieser Calypso II-Mutter stammt im übrigen auch Ronaldo (von Rubioso N), der das Titelbild des Kataloges zur Veranstaltung zierte und AVIVA von Welt Hit II, welche Resevesiegerin anlässlich der Staatsprämienvergabe, Stutenleistungsprüfungssieg und nominiert zum Süddeutschen Championat / Reitpferde war.

Auf Platz 2:

WN 8,81 wahrlich ein dunkler Traum, auffallend in jeder Hinsicht. King Arthur / Trakehner präsentierte in diesem ausgesprochen formschönen und bewegungsstarken Rappen ein Meisterwerk seiner Erbkraft. Dieses Stutfohlen stammt aus keiner Geringeren als der Mutter von Rosso di Sera, einem der beliebtesten Zuchthengste (Dressur) in Bayern. Züchter: Antje + Karl Lederer, Karlshuld.

Platz 3:

WN 8,43 ein Rappstutfohlen von Fats Domino/Palisador. Bereits in Niederbayern anläßlich der Prämierung auf dem Zuchthof Wadenspanner mit einer Goldschleife ausgezeichnet, konnte seine Form bewahren. Ein Stutfohlen in bestechend schwarzer Jacke, ausgestattet mit viel Charme und Ausstrahlung, und großzügigem Bewegungsablauf begeisterte den Betrachter. Züchter: Josef Bauer, Inning am Holz.

Die „springbetonten“ Fohlen.

Drei Ringe und damit ein Ring mehr als die dressurbetonten Fohlen stellten sich den Richtern, welche –wie bereits erwähnt- übrigens die gleiche Bewertung wie bei den Dressurfohlen zugrunde legten. Dies waren der Faktor Bewegung (Schritt, Trab, Galopp), Typ, Gebäude und Gesamteindruck.

Dass sich die Springfohlen keinesfalls hinter den Dressurfohlen „verstecken“ müssen, wurde nach dieser Veranstaltung allen klar. Die ersten 10 Fohlen dieser Kategorie glänzten allesamt mit Wertnoten von 8,0 aufwärts, womit sie in der Breite sogar überraschenderweise besser beurteilt wurden als die dressurmäßig gezüchteten Fohlen.

Das Siegerfohlen:

Das Siegerfohlen
Foto: Kirsten Jesinghaus

mit der Tageshöchstnote von 8,93, rein holsteinisch gezogen von Acord’s Champion aus einer Lokato (Lord) Mutter:
eine Bewegungs-Offenbarung, höchst kadenzierte Trabmechanik, kolossale Leichtfüssigkeit und phänomenale Bergauf-Attitüde bei effizient-genialer Galoppade.
Kurz: repräsentiert den moderen Reitpferdetypus der Gegenwart. Da konnte selbst Richter Klaus Biedenkopf nicht wiederstehen. Er vermittelte das spektakuläre Siegerfohlen in einen renommierten Aufzuchtbetrieb. Züchter: Michael Hirschinger, Bergheim.

Platz 2:

WN 8,62 für ein Stutfohlen von Landjonker/Poseidon aus der Zucht von Josef Weiß, Schierling. Die dunkelbraune, ausgestattet mit hervorragenden, durch den Körper schwingenden Bewegungen, setzte sich wie ein Revuegirl in Bewegung. Äußerst patent in der Aufmachung bestach sie durch ein Höchstmaß an Taktsicherheit. Auch sie war bereits Prämien / Goldschleifenfohlen auf dem Zuchthof Wadenspanner. Eine Vollschwester dieser Stute hat übrigens bereits vor Jahren in dem gleichen Wettbewerb ebenfalls höchste Meriten erhalten.

An dritter Stelle:

das einzige Hengstfohlen an vorderer Stelle von Corallo / Argentinus: Höchst charmanter, hell leuchtender Sproß des Corallo, WN 8,50, der sich auffälligst in Szene zu setzen wußte. Corallo wartet hier mit einem außergewöhnlichen Nachkommen auf, in Kombination mit Argentinus lassen sich besondere Talente erwarten.

Bei der Siegerehrung wagte man ein weiteres Experiment. Beim Aufmarschieren im Endring ließ man eine Turnierstange auf den Boden legen, welche zwanglos Stute und Fohlen im Schritt –ohne Hetze und Eile, überquerten. Allesamt meisterten die Aufgabe mit Bravour und einer sprichwörtlichen Selbstverständlichkeit.

Die Richter arbeiteten sehr konzentriert, so dass der Zeitplan der Veranstaltung perfekt eingehalten werden konnte. Letzte Zweifel daran, dass bereits bei der ersten Veranstaltung dieser Machart die Pferdezuchtgenossenschaft ein glänzendes Debüt abliefern wird, dürften spätestens nach diesem Termin ausgeräumt sein. Von allen Seiten war großes Lob für die Veranstaltung zu hören

Voranzeige:

Freilauf-Cup für 2- und 3-jährige Jungpferde am 3.10.2003 in PAF-Reisgang

 

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