Neuer Sponsor sichert die Zukunft der Veranstaltung
Die Zeiten sind wirtschaftlich kein Zuckerschlecken. Es wird
gespart, überall und allenthalben und insofern war auch die Zukunft des jährlich
einmal stattfindenden Fohlen-Cup’s der Pferdezuchtgenossenschaft, Sprungbrett
für so manche Karriere eines erfolgreichen Sportpferdes von morgen und Ausstellungs-Schaufenster
der erfolgreichsten Pferdezuchtgenossenschaft Bayerns, nach dem Ausklinken des
bisherigen Sponsors sehr in Frage gestellt. Dank der Beziehung eines Mitglieds
der Pferdezuchtgenossenschaft konnte ab 2003 ein renommiertes Haus, die SPARKASSE
INGOLSTADT, zu einem Engagement in Sachen Pferdezucht und -sport gewonnen werden,
sehr zur Freude der Züchter der Genossenschaft, ist damit doch die Zukunft
dieser bedeutenden Veranstaltung erst mal gesichert.
Ein Experiment
Die Pferdezuchtgenossenschaft Holledau wagte ein Experiment.
Springfohlen sollten erstmals getrennt von den Dressurfohlen gewertet werden.
Man wollte den Springpferdezüchtern Mut machen, damit sie nicht im Vorfeld
vor sogenannten „WDR“-Fohlen (Weltmeyer, Donnerhall, Rubinstein) kapitulieren.
Kenner der Szene vertreten ohnehin die Meinung, der Markt verlange
nach 2/3 Springpferden und 1/3 Dressurpferden. Der Trend, dass die letzten Jahre
talentierte Dressurpferde und –fohlen zu oft unglaublichen Preisen gehandelt
wurden, verlockte auch viele Springpferdezüchter, ihre treuen Linien zu wechseln
und selbst herausragende Springabstammungen mit Dressurpferden anzupaaren um von
diesem Kuchen ein Stück abzubekommen.
Dass diese „Äpfel x Bieren“ – Anpaarung
(sprich Dressurpferd x Springpferd) nicht des Rätsels Lösung sein kann
und oftmals eine hervorragende, über Jahre erfolgreich gepflegte Springpferdeabstammung
„verwässert“ und aus den Fugen bringt, sollte nicht sein. Warum
also nicht auch den Springpferden ein entsprechendes Podium bieten?
Die nordischen Zuchten wie Hannover und Oldenburg haben diesbezüglich
bereits gehandelt. Die Leute aus dem Vorstand der Pferdezuchtgenossenschaft hat
dies beeindruckt und sie fanden, man sollte diese Chance nutzen, den Springpferdezüchtern
mit eigenen Ringen einen neuen Anreiz bieten.
Die Neuerung fand starke Beachtung in der Züchterschaft.
Die Tatsache, dass insbesondere die Kriterien, nach denen diese
Fohlen gerichtet wurden, kontrovers diskutiert wurden, zeigte eine gedankliche
Auseinandersetzung mit dem Thema. Ist es zulässig, „Springfohlen“
nach den gleichen Kriterien zu beurteilen wie jedes andere Fohlen? Wenn nicht,
was können dann die anderen Kriterien sein?
Eine Beurteilung des eigentlichen Springens schied aus, auch
wenn einige Springpferdezüchter ihre Fohlen zuhause in spielerischer Art
über niedrige Stangen gehen lassen. Nein, hier nur ja keinen falschen Ehrgeiz
wecken, war einstimmig der Tenor. Schließlich war man sich einig, dass bei
beiden Fohlen den „spring“- sowie auch den „dressurbetonten“
die Notenfindung gleich sein sollte.
Alle Reiter, egal aus welchem Lager, wollen ein chices, ansehnliches
und korrektes Pferd (also Noten für Gebäude und Typ) alle Reiter wollen
ein elastisches und rittiges Pferd (also Noten für Schritt, Trab und Bewegung).
Wenn nun die Noten beim Trab bei den Springpferden nicht so hoch angesiedelt sein
sollten, so wäre dies dann trotzdem gerecht, befindet man sich doch unter
seines gleichen.
Es ist kein Geheimnis..
dass aus den eigenen Züchterreigen der Genossenschaft schon
von jeher die Springpferdezüchter dominierten, die sich auch all die Jahre
immer wieder mit hervorragenden Pferden bis hin zum Olympiateilnehmer (Ricarda,
Züchter: Artur Landes, Ingolstadt) in den Blickpunkt der Öffentlichkeit
schieben, dass aber die „springbetonten Fohlen“, dies waren 3 Ringe
gegenüber 2 Ringen „dressurbetonter“ Fohlen auch in der Notengebung
(höchste Noten) dominierten, war eine Überraschung.
Die Richter:
Als Richter von Fohlenschauen stehen diese zwar nicht wie Körkommissionare
in der heutigen prozessfreudigen Hippo-Gesellschaft mit einem Bein vor dem Kadi,
aber sie sind doch stets starker Kritik ausgesetzt.
Hellseherische Fähigkeiten sind der eine Grund dafür,
deren Nichtvorhandensein der andere. In der Vorstandschaft hatte man sich entschlossen,
für dieses gewichtige Amt die bereits im Vorjahr fungierenden und von Ausstellern
und Publikum gelobten Richter Claus Schridde (Oldenburg), in der Szene bekannter
Pferdesportjournalist und Hengsthalter sowie Klaus Biedenkopf, hessisches, Körkommissionsmitglied,
Richter von hochkarätigen Zuchtveranstaltungen und Pferdezüchter, zu
engagieren.
Beide sind Fachleute ihres Gebietes, renommierte Insider und
vertraut mit den Geheimnissen der Genen in der Pferdezucht. Die Experten Biedenkopf
und Schridde harmonierten denn auch wie gewohnt in der offenen und getrennten
Urteilsfindung mustergültig. Wir wollen dem Züchter für die gerade
gezeigte Vorführung eine Standortbestimmung geben, die stets nachvollziehbar
sein soll, lautete das Motto. Die Pferdezüchter/Aussteller so hatte man festgestellt,
schätzen es, wenn außerbayerische Richter bewerten, haben sie dann
doch mehr Vertrauen in Transparenz und Neutralität.
Die Veranstaltung
Pünktlich 13.00 Uhr konnte Max Pfaller, seines Zeichens
Vorstand der Zuchtgenossenschaft, seine Begrüßungsansprache halten.
Als erste starteten die dressurbetonten Fohlen (2 Ringe), altersmäßig
gereiht, die jüngsten zuerst. Trotz stattlicher 30 Grad Temperatur hatten
sich erfreulicherweise viele Zuschauer eingefunden, die es sich auf den Sitzplätzen
in der Tribüne und vor der Gastronomie gemütlich machten und die Veranstaltung
quasi aus der Loge verfolgen konnten.
Gerd Breitner, was wären die Veranstaltungen der Pferdezuchtgenossenschaft
ohne seine Kommentare, begleitete die Vorstellung jedes einzelnen Fohlens und
vermittelte Interessantes und Wichtiges zu den einzelnen Stämmen der gerade
gezeigten Stute / Fohlen-Kombination.
Die Stimmung war entspannt und familiär. Die Richter nahmen
sich Zeit für die einzelnen Fohlen ohne zu trödeln, hatten auch mal
die oder jene Frage an den Aussteller und sorgten für ein entspanntes angenehmes
Klima.
Die Stutfohlen machten den Sieg unter sich aus:
Als Sieger bei dieser Gruppe stellt sich heraus:
Als Siegerfohlen: